Spanien gegen Deutschland

Gastbeitrag: Tektonische Verschiebung fürs Weltrugby in Madrid

Ein Sieg mit 20:13 in Russland durch Spanien lies in der Woche zuvor aufhorchen – am Samstag folgte mit einem 22:10-Sieg gegen Rumänien erst der richtige Paukenschlag. Einer, der sogar in Nordamerika gehört wird.

Spanien führt jetzt in der Tabelle um die Qualifikation zur Rugby-WM (Georgien spielt in dieser Hinsicht außer Konkurrenz, da es sich bereits durch seinem dritten Gruppenplatz nach einem dramatischen Sieg gegen Tonga im Finalturnier 2015 qualifiziert hat.) Im Hinspiel der Südeuropäer bei den Eichen aus dem Balkan war im Februar 2017 immerhin schon ein glimpfliches Resultat in Form einer 3:13- Niederlage gelungen.

Aus eigener Kraft kann Rumänien diesen Rückstand nicht mehr aufholen. Spaniens Restprogramm ist leichter (Deutschland zu Hause und Belgien auswärts gegenüber rumänischen Heimspielen gegen Russland und Belgien.)

Ab jetzt wird es leichter

Nach allem gesunden Menschenverstand könnte Spaniens Vorsprung von einem Bonuspunkt nur ab gefangen werden durch mehr Bonuspunkte von Rumänien. Beide Länder sollten ihr Restprogramm durchweg mit Siegen beenden.

Somit haben es die Iberer in der Hand, mit machbar erscheinenden Bonuspunktsiegen in ihren beiden verbleibenden Spielen alles klar zu machen.

Aufruf an einen engagierten Leser. Jetzt wird es interaktiv:

Der Autor hat lediglich auf Twitter die plausible Aussage gefunden, dass Spanien nur mit einem einzigen weiteren Bonuspunkt  uneinholbar wäre ((bei zwei Siegen.) Da sie den direkten Vergleich gegen Rumänien für sich entschieden haben. Das wäre im Geiste anderer derartiger Wettbewerbe (z. B. des europäischen Clubwettbewerbs, für den die Regularien leichter zu finden waren.)

Auf jeden Fall ist das Schwierigste somit geschafft. Und geholfen hat dabei auch der deutsche Heimsieg gegen Rumänien.

Wie geht es weiter?

Im globalen Kontext bedeutet Spaniens Sieg, dass es der Qualifikant „Europe1“ sein wird. Für den geht es in Gruppe A mit Irland, Schottland, Japan und dem Gewinner aus einer direkten Vorausscheidung zwischen nun Rumänien und Samoa. Der steinigere Weg über die Nachrückerrunde hätte in Gruppe B mit Neuseeland, Südafrika, Italien und voraussichtlich Namibia geführt.

Diese Wendung sollte somit sowohl Samoa als auch Kanada aufhorchen lassen. Beide Länder stehen auf einmal mit Rumänien als Kontrahenten vor einer ganz anderen Aufgabe.

Auch woanders ging es nicht „nach Plan“

Vorgezeichnet ist jetzt ein Aufeinandertreffen von Samoa und Rumänien im „Europa-Ozeanien-Playoff“ (mit Hin- und Rückspiel am 02. und 16. Juni 2018.) Erstere sind in ihrer regionalen Qualifikation unter ihren Erwartungen geblieben (die zweite Überraschung.)

Stünde hier Tonga, sähe es bereits in diesem Stadium deutlich besser für Rumänien aus. Das Heimspiel gegen Portugal als notwendige Voraussetzung zuvor ist momentan für Rumänien nur eine Formalität.

Die Paarung RumänienSamoa könnte einigermaßen ausgeglichen werden. Aber ohne eine weitere faustdicke Überraschung, ist zu erwarten, dass die Europäer hier das Nachsehen haben werden und in das Nachrückerturnier auf neutralem Boden gehen. Kanadische Fans drücken da sicher noch den Rumänen die Daumen.

In der Vorgeschichte hierfür hatte es im Januar die dritte Abweichung von der Norm gegeben: Statt Uruguay muss Kanada diese Extrarunde drehen. Und das wird jetzt richtig knackig.

Es knistert im Gebälk der Nationen aus der zweiten Reihe

Nur einer der vier potentiellen Nachrücker kommt in diesem Turnier weiter. Bei der WM 2015 hatten die Eichen mit 17:15 denkbar knapp die Oberhand gegen die Nordamerikaner.

Seit Rugbymenschengedenken, also etwas nüchterner, seit 1987, haben weder Rumänien noch Kanada jemals eine WM-Endrunde verpasst. Nach dem vergangenen Wochenende ist vorgezeichnet, dass aller Wahrscheinlichkeit nach eine von diesen beiden Rugbynationen zum ersten Mal zuschauen wird.

Die Elfenbeinküste (1995,) Spanien (1999,) Portugal (2007) und Russland (2011) sind die Länder, die bisher nur ein einziges Mal an der WM-Endrunde teilnehmen konnten. Spanien ist auf dem bestem Weg dieses Quartett zu verlassen.

Update 22.03.2018:

Tektonische Verschiebung abgesagt: Wie die Masse der Rugby-Welt ist auch der Autor von dem Sieg Belgiens im Heimspiel gegen Spanien überrascht worden. Im obigen Text sind daher für den weiteren Verlauf der Qualifikation die Namen Spanien und Rumänien auszutauschen.

Gastautor: Jürgen Georg

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