Deutschland gegen Georgien

Nichts zu holen für engagierte deutsche 15er-Rugbymänner gegen Georgien

Die neu formierte deutsche 15er-Rugbynationalmannschaft der Männer hat in Offenbach zwar die zweite deutliche Niederlage in der Rugby Europe International Championship hinnehmen müssen, präsentierte sich im Vergleich zur Vorwoche in Rumänien nun beim 0:64 (0:19) gegen die hoch favorisierten Georgier deutlich verbessert. Viele der rund 2100 Zuschauer dürften trotz der am Ende klaren Niederlage ob der über weite Strecken engagierten Leistung der DRV XV mit einem guten Gefühl nach Hause gegangen sein.

DRV-Nationaltrainer Pablo Lemoine war dennoch nicht zufrieden: „Zunächst haben wir deutlich verloren. Und dann wollten wir vor allem in der zweiten Halbzeit schon anders spielen. Letztlich haben wir nur eine Halbzeit gut dagegengehalten, aber ein Rugbyspiel dauert eben 80 Minuten. Defensive ist nur ein Teil des Matchplans. Wir wollen und müssen uns noch entwickeln, um dann in den nächsten Spielen eine bessere Leistung zeigen zu können.

Kapitän Clemens von Grumbkow: „Wir haben in dieser Woche verstärkt an der Verteidigung gearbeitet. Da wollten wir uns verbessern, und das hat auch gut geklappt. Es ist natürlich undankbar, gegen Rumänien und Georgien in die EM starten zu müssen. Die Jungs haben sich heute aber gut verkauft, konnten über 50, 60 Minuten gut dagegenhalten und haben es Georgien schon auch schwer gemacht, auch wenn uns am Ende ein wenig die Kräfte ausgegangen sind. Wir werden für die nächsten Spiele sicher noch ein, zwei Spieler dazubekommen. Klares Ziel ist es, Belgien zu schlagen und die Klasse zu halten. Aber es braucht auch noch viel Arbeit, um dieses junge Team auf dieses hohe Niveau zu bringen.

DRV-Vizepräsident Michael Schnellbach: „Respekt an diese junge Mannschaft für eine über 60 Minuten tolle Verteidigungsleistung. Wir sind uns bewusst, dass dieser Neuaufbau Zeit braucht und dass es auch das eine oder andere Mal frustrierend ist. Dieser Start für dieses junge Team verdient aber Respekt.“

Das deutsche Team hielt zu Beginn noch gut dagegen, konnte die ersten Offensivaktionen der Georgier mehrfach gut parieren. Das eine oder andere Mal zeigte man offensiv selbst Ansätze, die allerdings ebenfalls nicht in die Nähe des Malfelds gingen. In der 9. Minute aber kam Georgien nach einem Durchbruch von Gela Aprasidze im Anschluss an ein Gedränge nah ans deutsche Malfeld. In dieser Szene hatte sich allerdings Zani Dembele verletzt. Der junge Hintermannschaftsspieler konnte nicht mehr weiterspielen, wurde mit einer Fußverletzung vorsorglich ins Krankenhaus gefahren. Es ging weiter mit Gedränge für Georgien. Die schoben kräftig an, spielten dann allerdings nach links heraus, wo schließlich Giorgi Kveseladze zum ersten Versuch ablegte. Kicker Beka Tsiklauri erhöhte sicher zum 7:0 (10.). Bis dahin verkaufte sich das deutsche Team gegen den haushohen Favoriten sehr ordentlich – vor allem defensiv. Mit ihren klaren Vorteilen an den Kontaktpunkten bauten die Georgier aber weiter Druck auf und kam in der 16. Minute erneut zum Versuch. Pick and Go vor dem deutschen Malfeld, doch dann gab es einen kurzen, flachen Kick auf Alexandre Todua. Pascal Fischer kam zwar noch dran, doch der Schiedsrichter gab den Versuch für den besser positionierten Georgier. Der Erhöhungskick fand diesmal allerdings nicht sein Ziel. Das deutsche Team marschierte danach auch mal gut nach vorn, gewann Gassen und Straftritte, agierte gut in den Counter Rucks, fing auch mal einen Ball raus und setzte sich sogar phasenweise in der georgischen Hälfte fest. Die die Lelos dominierten erwartungsgemäß die Gedränge, holten sich dort Straftritte. Einen davon traten sie in der 29. Minute zur Gasse nahe des deutschen Malfelds. Daraus resultierte dann auch der dritte Versuch. Den ersten Ansturm konnten die Deutschen gerade noch stoppen, aber Levan Chilachava war dann nicht mehr aufzuhalten. Auch der Erhöhungskick von Tsiklauri passte diesmal. Zwei Minuten später gab es Straftritt für die DRV XV und damit die Chance, die Null vom Scoreboard zu bekommen. Doch der schwierige Kick von Winston Cameron-Dow verzog knapp rechts. Weiter war das deutsche Team gut im Spiel, brachte sich aber mit zwei, drei Ballverlusten um eine durchaus mögliche bessere Ausgangsposition.

Die Deutschen machten so engagiert weiter, wie sie aufgehört hatten. Oliver Paine fing einen Pass ab, die nächste georgische Gasse wurde gewonnen (44.), doch nach ein paar guten Phasen beendete ein Vorball in der georgischen 22-Meter-Zone den Angriff. Aus dem Gedränge heraus brachte die Lelos-Hintermannschaft nach einem Durchbruch von Lasha Khmaladze den Ball weit in die deutsche Hälfte, wo aber Robin Plümpe einen flachen Kick aufnehmen konnte und damit den nächsten Versuch verhinderte (46.). Aber die nächste Angriffswelle brachte dann doch den nächsten Versuch für die Osteuropäer. Deutschland hielt zwei, drei Mal gut dagegen, aber Anton Peikrishvili warf sich mit seinem vollen Gewicht unter den Stangen doch ins Malfeld. Dazu addierte Tsiklauri die Erhöhungspunkte zum 26:0 (49.). Jetzt waren die Georgier am Drücker und kamen wieder ins Malfeld (51.), aber der Schiedsrichter rückversicherte sich per Video und gab den Versuch nicht. Es ging weiter mit deutschem Gedränge kurz vor dem deutschen Malfeld. Georgien schob kräftig an, der Ball kam zu Vasil Lobzhandidze, aber als Vorball.

(54.) Aber es blieb brandgefährlich in dieser Phase für ein deutsches Team, das weiter alles reinwarf, was es aufzubieten hatte. Cameron-Dow bereinigte unter Druck mit einem guten Befreiungskick die Situation vorerst. Doch mit dem starken Paket schob Georgien den Ball im nächsten Angriff dann doch über die Linie (60.). Die Kräfte schwanden beim deutschen Team langsam. Und so taten sich in der Verteidigung ab und an Lücken auf, von denen eine Giorgi Kveseladze in der 63. Minute zu nutzen wusste. Nach der sicheren Erhöhung stand es nun 0:40 aus deutscher Sicht. Das deutsche Team verzichtete in der 66. Minute darauf, den Straftritt zu den Stangen zu setzen und kickten zur Gasse, die man mit einer kurz gespielten Variante auch gewann. Doch nach einem Ballgewinn der Georgier fand man sich schnell wieder in einem georgischen Gedränge kurz vor der deutschen Mallinie. Aus diesem Gedränge heraus war es am Ende Otari Giorgadze, der den Versuch legte, den wiederum Beka Tsiklauri erhöhte (70.). In der Schlussphase brach die deutsche Mannschaft, die bis dahin hart gearbeitet hatte, ein bisschen ein und bekam noch Versuche von Zurabi Zhvania – nachdem Luke Dyckhoff beinahe einen Ball abgefangen hatte, ihn aber nicht kontrollieren konnte – und Giorgi Kveseladze, die das Ergebnis am Ende ein bisschen höher ausfallen ließ, als es vielleicht nötig gewesen wäre. Den Schlusspunkt setzte Lasha Khmaladze. Georgien gewann den Ball aus der deutschen Gasse, machte schnell Meter, und der georgische Verbinder trabte zum zehnten und letzten Versuch ins deutsche Malfeld. Tsiklauri erhöhte noch, dann war die Partie beendet.

Punkte:

0:7       (10.) Versuch Giorgi Kveseladze & Erhöhung Beka Tsiklauri
0:12     (16.) Versuch Alexandre Todua
0:19     (29.) Versuch Levan Chilachava & Erhöhung Beka Tsiklauri
————————-
0:26     (49.) Versuch Anton Peikrishvili & Erhöhung Beka Tsiklauri
0:33     (60.) Versuch GEO & Erhöhung Beka Tsiklauri
0:40     (63.) Versuch Giorgi Kveseladze & Erhöhung Beka Tsiklauri
0:47     (70.) Versuch Otari Giorgadze & Erhöhung Beka Tsiklauri
0:52     (74.) Versuch Zurabi Zhvania
0:57     (77.) Versuch Giorgi Kveseladze
0:64     (80.) Versuch Lasha Khmaladze & Erhöhung Beka Tsiklauri

Startaufstellung DRV
1 Markus Bender – 2 Gilles Valette – 3 Felix Martel – 4 Eric Marks – 5 Stefan Mau – 6 Falk Duwe – 7 Kain Rix – 8 Luke Dyckhoff – 9 Oliver Paine – 10 Winston Cameron-Dow – 11 Zani Dembele – 12 Clemens von Grumbkow (Cap.) – 13 Robin Plümpe – 14 Paul Pfisterer – 15 Daniel Koch

16 Sam Ramsay – 17 Senzo Ngubane – 18 Paul Weiss – 19 Jens Listmann – 20 Carsten Lang – 21 Jan Piosik – 22 Yassin Ayachi – 23 Pascal Fischer

Schiedsrichter: C. Evens, M. English, D. Philips (WAL) – Zuschauer: 2100

 

(C) der Meldung bei Deutscher Rugby Verband

 

Bildergalerie rund um das Spiel:

Deutschland gegen Georgien – Februar 2018

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