(C) des Fotos bei Jürgen Kessler

Klarer deutscher Sieg zum Abschluss der WM-Qualifikation

Die deutsche 15er-Rugbynationalmannschaft hat zum Abschluss des Repechage-Turniers um die Qualifikation zum Rugby World Cup 2019 ein Ausrufezeichen gesetzt. Im Spiel gegen Kenia ging es zwar für beide Teams nicht mehr um das letzte WM-Ticket, doch die Schwarzen Adler von Nationaltrainer Mike Ford zeigten im Stade Delort von Marseille (FRA) noch mal eine ganz starke Leistung, ließen den Afrikanern beim 43:6 (12:6) letztlich keine Chance und sammelten dabei sogar noch den Offensiv-Bonuspunkt für vier oder mehr Versuche ein. Mann des Spiels war Sebastian Ferreira, der gleich drei Mal zum Versuch ablegte.

Head Coach Mike Ford: „Ich bin wirklich sehr stolz auf dieses Team, das in den letzten Wochen große Fortschritte gemacht hat. Das war ein sehr gutes Spiel, eine fast perfekte zweite Halbzeit. Mit ein bisschen mehr Vorbereitung wäre in diesem Turnier vielleicht auch mehr drin gewesen. Aber die Jungs haben bis zum Umfallen gekämpft, ich war noch nie Teil eines Teams, das in dieser Form so viel investiert. Ich bin stolz, Trainer so eines Teams sein zu dürfen. Und ich finde, darauf kann man im deutschen Rugby aufbauen.

Dabei geriet der Start ins Spiel unglücklich aus deutscher Sicht, denn der erfahrene Schiedsrichter Angus Gardner entschied schon in der 1. Minute ein wenig fragwürdig auf Straftritt für Kenia, den Samuel Oliech zu den Stangen setzte und sicher verwandelte (2.). Doch das deutsche Team zeigte sich unbeeindruckt, schon in der nächsten Aktion mit dem Paket an und versuchte mit Straftrittvorteil einen Überkick – allerdings einen Tick zu weit. Die anschließende Gasse brachte wieder ein Paket hervor, das stark in Richtung Malfeld anschob. Der Ball kam auch über die Mallinie, konnte aber nicht kontrolliert abgelegt werden. Die Partie blieb aber an und in der 22-Meter-Zone der Kenianer. Und wenn die Afrikaner mal über die Mittellinie kamen, stand die Verteidigung und eroberte den Ball zurück. Die Schwarzen Adler hatten das Geschehen in der Anfangsviertelstunde ganz klar unter Kontrolle. Die beste Chance allerdings vergaben Hagen Schulte und Marcel Coetzee, der den Pass vom Teamkollegen fünf Meter vor dem Malfeld nicht aufnehmen konnte (12.). Die Deutschen hatten deutlich mehr Ballbesitz, ließen das Spielgerät gut durch die Hände laufen, aber ein Vorball beendete eine weitere gute Kombination (13.).

Die DRV XV drängte weiter auf den Versuch, kickte die Straftritte weiter zur Gasse. In der 21. Minute schob im Anschluss an eine solche wieder das deutsche Paket an, und wieder kam man bis ins Malfeld. Referee Gardner wollte den Versuch nicht geben, aber der Video-Schiedsrichter entschied zu Gunsten von Sebastian Ferreira, dessen Versuch Raynor Parkinson sicher erhöhte – die absolut verdiente 7:3-Führung für die Adler (22.). Kenia fiel bis auf ein paar Ansätze über die schnelle Hintermannschaft kaum etwas ein. So setzten sie in der 25. Minute wieder einen Straftritt zu den Stangen, aber diesmal klatschte der Ball an den rechten Pfosten und von da in Arme von Steffen Liebig, der den nächsten Angriff einleitete.

Deutschland bestimmte das Spiel, dominierte in den Standardsituationen, tat sich allerdings schwer, das auch in weitere Punkte umzumünzen. In der 37. Minute kam Kenia zum ersten Mal ernsthaft nahe ans deutsche Malfeld. Die Adler verteidigten das aber stark, eroberten den Ball, aber der Schiedsrichter hatte ein Abseits gesehen und entschied auf Straftritt für Kenia, den Oliech sicher für drei Punkte verwandelte (38.). Die Adler wollten aber vor der Pause noch mal punkten. Mit Straftrittvorteil versuchte es Raynor Parkinson mit einem Drop Kick, der aber geblockt wurde. Den Straftritt kickte man erneut zur Gasse – aus gutem Grund: Wieder schob das Paket an, und Kurt Haupt löste sich daraus für den zweiten Versuch. Parkinsons Erhöhungskick landete allerdings diesmal nur am Gestänge (40+.).

Deutschland brauchte ein paar Minuten, um wieder in seinen Rhythmus zu kommen, legte dann aber schnell den dritten versuch nach. Sebastian Ferreira mit einem guten Durchbruch, legte noch auf Jaco Otto ab, der ins Malfeld einlief. Diesmal erhöhte Parkinson wieder sicher (45.). In dieser Phase lief alles für Deutschland: Steffen Liebig nahm in der eigenen Hälfte einem Kenianer den Ball einfach aus der Hand und zog einen langen Spring bis ins gegnerische Malfeld an (50.). Der vierte Versuch, den Parkinson erhöhte, bedeutete zugleich einen Bonuspunkt in der Endabrechnung. Beide Seiten wechselten in der Folge mehrfach, was aber nichts daran änderte, dass Deutschland weiter klar die Oberhand hatte. Doch jetzt wurden daraus auch Punkte: Sean Armstrong nahm eine überworfene Gasse nah am kenianischen Malfeld auf, gab den Ball an Sebastian Ferreira weiter, der von Jaco Otto und Kurt Haupt über die Mallinie geschoben wurde (58.). Der kräftige Wind verwehte den Erhöhungskick von Parkinson, der außen an den rechten Pfosten klatschte.

Die Partie war praktisch entschieden, und Kenia verlor sichtbar die spielerische Struktur und hatte kaum noch etwas entgegenzusetzen. Die Partie wurde allerdings auf beiden Seiten hektisch, die Fehlerquote stieg deutlich. Aber Deutschland wollte noch mehr: In der 69. Minute trat man erneut einen Straftritt zur Gasse. Und wie schon zuvor bildete sich das deutsche Paket mit dem Ball in der Hand von Sebastian Ferreira, der seinen dritten Versuch an diesem Abend legte (70.). Diesmal passte auch Parkinsons Erhöhung wieder. Deutschland spielte nur noch im Vorwärtsgang gegen nun chancenlos unterlegene Afrikaner. Der nächste Versuch scheiterte, weil man den Ball im Paket nach vorn verlor (76.). Vor dem kenianischen Malfeld gab es einen Straftritt nach dem nächsten, doch die Deutschen nahmen jedes Mal das Gedränge. Mit Erfolg: In der 79. Minute kam der Ball über Tim Menzel zu Harris Aounallah, der zum Versuch ablegte. Parkinson vergab mit der letzten Aktion des Spiels den Erhöhungkick, sodass es am Ende beim klaren 43:6 blieb.

Punkte:
3:0 (2.)            Straftritt Samuel Oliech
3:7 (22.)          Versuch Sebastian Ferreira & Erhöhung Raynor Parkinson
6:7 (38.)          Straftritt Samuel Oliech
6:12 (40.+)      Versuch Kurt Haupt
————————–
6:19 (45.)        Versuch Jaco Otto & Erhöhung Raynor Parkinson
6:26 (50.)        Versuch Steffen Liebig & Erhöhung Raynor Parkinson
6:31 (58.)        Versuch Sebastian Ferreira
6:38 (70.)        Versuch Sebastian Ferreira & Erhöhung Raynor Parkinson
6:43 (79.)        Versuch Harris Aounallah

Aufstellung DRV:
1 Jörn Schröder (52. Julius Nostadt) – 2 Kurt Haupt (62. Dasch Barber) – 3 Matthias Schösser (69. Samy Füchsel) – 4 Michael Poppmeier – 5 Eric Marks (66. Timo Vollenkemper) – 6 Sebastian Ferreira – 7 Jaco Otto – 8 Ayron Schramm (44. Jarrid Els) – 9 Sean Armstrong (65. Tim Menzel) – 10 Raynor Parkinson – 11 Marcel Coetzee (59. Marcel Henn) – 12 Hagen Schulte (60. Harris Aounallah) – 13 Wynston Cameron-Dow – 14 Steffen Liebig – 15 Christopher Hilsenbeck

Aufstellung Kenia:
1 Patrick Ouko (68. Ephraim Oduor) – 2 Philip Ikambili – 3 Joseph Odero (62. Moses Amusala) – 4 Wilson Kopondo – 5 Malcolm Onsando (47. Oliver Mangeni) – 6 George Nyambua – 7 Elkeans Musonye (41. Andrew Amonde) – 8 Joshua Chisanga (44. Martin Owilla) – 9 Samson Onsomu (54. Felix Ayange) – 10 Samuel Oliech (65. William Reeve )– 11 William Ambaka – 12 Leo Seje Owade – 13 Peter Kilonzo (54. Collins Injera) – 14 Darwin Mukidza – 15 Tony Opondo

Schiedsrichter: Angus Gardner (AUS), Sara Cox (ENG), Adam Leal (ENG)

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