(C) by Deutscher-Rugby Verband

Interview mit DRV 7er-Nationalspieler Wolfram Hacker

Die Deutsche Rugby-Jugend hat sich im Olympiastützpunkt in Heidelberg mit Wolfram Hacker getroffen, um über seine Zeit in der DRJ und seinen Weg in den 7er-Nationalkader zu sprechen. Außerdem sprachen wir über seine Ziele, die Unterschiede zwischen Jugend- und Herrenrugby und Tipps, wie man Rugby zum Beruf machen kann. Hier folgt nun ein kleiner Ausschnitt des insgesamt 25minütigen Interviews, das in voller Länge auf dem YouTube Kanal der DRJ abgerufen werden kann (https://bit.ly/2ptoPYu). Dort sprachen wir noch u.a. über Fiji und die All Blacks, wie die Nationaltrainer so sind und wie das erste Herrentraining war.

Hallo Wolfram, stell dich doch erstmal kurz vor.

Mein Name ist Wolfram Hacker, ich bin 18 Jahre alt, spiele seit knapp zehn Jahren Rugby bei der RG Heidelberg und komme jetzt in den Herrenbereich der Nationalmannschaft und der RGH.

Wie bist du zum Rugby gekommen?

Am Anfang wollte ich gar nicht Rugby spielen, aber meine Familie hat eine lange Rugby Tradition. Meine zwei Halbbrüder haben früher schon in der Nationalmannschaft gespielt. Mein Vater hat mich dann irgendwann „gezwungen“ Rugby zu spielen und es hat mir Spaß gemacht. Deshalb bin ich dann einfach dabei geblieben.

Auf welcher Position spielst du?

Auf Außen und gelegentlich Schluss.

Seit wann bist du im Kader der Nationalmannschaft? Sowohl bei der DRJ, als auch beim DRV?

In der DRJ bin ich seit meinem zweitem U16 Jahr bis jetzt, beim DRV.

Was machst du momentan?

Momentan bin ich in einer Phase zwischen Abitur und meinem weiteren Leben. Durch die Nationalmannschaft bin ich als Sportsoldat in die Bundeswehr gekommen, wurde dort angenommen und beginne am 03. September meine Grundausbildung.

Was macht man als Sportsoldat?

Man wird für das Rugbyspielen bezahlt, beginnt seine Grundausbildung und muss ab und zu bei Veranstaltungen der Bundeswehr teilnehmen. Im Grunde ist mein Auftrag aber mit der Nationalmannschaft so erfolgreich wie möglich zu sein. 

Was glaubst du, qualifiziert dich für die Nationalmannschaft?

Ich würde sagen, dass ich sehr ausdauernd und ehrgeizig bin, dabei ist meine Schnelligkeit ein großer Vorteil. Rugby an sich macht mir viel Spaß, ich versuche so oft wie möglich an Trainings teilzunehmen und mich immer weiter zu verbessern.

Wie hast du den Übergang zwischen dem Jugend- und Herrenbereich erlebt? Was hat sich verändert?

Für mich war der Übergang relativ leicht, weil ich direkt nach der U18 7er EM schon in Trainings der Herrennationalmannschaft eingeladen wurde und in beiden Mannschaften drin war. Jetzt, wo der U18 Teil wegfällt, bleibt eben „nur“ noch der Herrenteil übrig.

Wo siehst du Unterschiede zwischen Jugend- und Herrenrugby?

Herrenrugby ist deutlich schneller. In meinen ersten Trainings habe ich bereits gemerkt, dass es ganz anders zur Sache geht. Man braucht aber nur eine kurze Eingewöhnungszeit, um mit der Schnelligkeit klarzukommen.

Wo siehst du Unterschiede zwischen dem U18-Nationalmannschaftstraining und dem Herren-Nationalmannschaftstraining?

Das Herrentraining findet deutlich öfter statt und die einzelnen Einheiten sind härter und schwieriger. Im Großen und Ganzen hat man aber genauso seine Mannschaftskollegen mit denen man viel Spaß haben kann, wie auch mit den U18ern früher.

Was empfiehlst du einem jungen Rugbyspieler, der Rugby zum Beruf machen möchte?

Es kommt immer drauf an wie ehrgeizig man dabei ist und ob man seine Ziele wirklich verfolgen möchte. Mir war klar, dass ich mich nach meiner Schule und meinem Abitur erstmal auf Rugby konzentrieren möchte. Deshalb wurde mir früh die Förderung des Sportsoldaten angeboten. Wenn man als 14 oder 15jähriger Spieler wirklich meint Rugby zum Beruf machen zu wollen und den Ehrgeiz hat es wirklich durchzuziehen und sich tatsächlich zu verbessern, ist es wichtig die Möglichkeit des Sportsoldaten oder ähnliches zu haben.

 Was haben dir die DRJ Nationalmannschaften rückblickend mitgegeben?

Die Nationalmannschaften der DRJ und des DRV haben alle ein sehr ähnliches System, vom Aufbau und von den Spielzügen her, weil man die Spieler frühzeitig auf eine mögliche Teilnahme in der Herren-Nationalmannschaft vorbereiten möchte. Das was ich also in der DRJ gelernt habe, bringt mir immer noch was, vor allem wenn es um Spielzüge geht.

Wie wichtig ist Eigeninitiative?

Sehr wichtig. Man sagt ja häufig, dass Talent viel bringt aber harte Arbeit eben noch mehr bringt. Auch wenn man Talent hat wird man immer irgendwann von einem Spieler überholt, der seit Anfang an hart an sich arbeitet und versucht immer besser zu werden. Wenn man in die Nationalmannschaft möchte, muss man Eigeninitiative mitbringen. Wenn ich mich also verbessern möchte, muss ich ins Training gehen und an meinen Skills arbeiten, damit man im Spiel angstfrei sein kann.

Wie sah dein Tagesablauf während deiner Schulzeit aus? Du hast ja vor kurzem Abitur geschrieben?

Zum Ende wurde es durch die Prüfungen und Nationalmannschaftsmaßnahmen stressiger. Da ich eine Stunde von Heidelberg entfernt wohnte, musste ich immer genau meinen Tagesablauf planen, wie ich wo hinkomme. Außerdem hat mir meine Schule auch sehr geholfen. Immer wenn mal was mit Rugby war, konnte ich einfach eine Entschuldigung abgeben. Da ist es einfach wichtig gut mit seinem Rektor und seinem Tutor/Klassenlehrer zu kommunizieren und alles im Vorfeld abzuklären. Doch gerade während Lehrgängen muss man auch für seine Klausuren lernen und Sachen nachholen, um nicht in der Schule abzurutschen.

Wie viele Wochenstunden an Trainingseinheiten hattest du während deiner Schulzeit gehabt?

Etwa sechs Stunden Rugby und drei Stunden Gym. Jetzt sind es bis zu fünf Stunden am Tag, wenn es viel ist.

Was sind deine Ziele?

Mein Höchstziel ist es momentan mit der Nationalmannschaft irgendwann zu den olympischen Spielen zu fahren.

Was machst du, um deine Ziele zu erreichen?

Immer ins Training gehen. Ich versuche so gut wie möglich zu spielen und auf jedem Turnier mein Bestes zu geben, um ins 1. Team reinzukommen und irgendwann den Sprung in die World Series zu schaffen.

Hast du ein Vorbild?

Ja, habe ich, vor allem im deutschen Rugby. Es ist Fabian Heimpel, weil er meiner Ansicht nach mit Bastian Himmer zusammen der beste deutsche Spieler ist. Ich orientiere mich sehr an den beiden und versuche sofort alles umzusetzen, was sie mir sagen.

Wie wichtig ist es auf dem Boden zu bleiben?

Das ist sehr wichtig und es wird mir auch immer wieder gesagt. Dieses Jahr war bis jetzt mein erfolgreichstes Rugbyjahr und mir wird deshalb immer wieder gesagt, dass ich auf dem Boden bleiben soll. Das ist vor allem wichtig, weil man auch mal einsteckt und man mental zerstört wäre, wenn man zu viel von sich hält. Man muss seine Ziele im Blick haben, sich ins Team einfügen und nicht denken man sei der weltbeste Spieler.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Zur Werkzeugleiste springen

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen