Deutschland gegen Irland

GPS in Lodz (POL): „Wolfpack“ mit Glück im Viertelfinale

Die deutschen 7er-Rugbymänner stehen beim vierten und letzten Turnier der europäischen Grand Prix Series in Lodz (POL) im Viertelfinale. Doch dafür brauchte man in der Gruppenphase auch eine gehörige Portion Glück. Denn von den drei Spielen verlor man zwei – gegen Russland, und unerwarteterweise auch gegen die polnischen Gastgeber. Am Ende war es die beste Punktedifferenz, die für die DRV-Team den Ausschlag gab, vor den punktgleichen Polen und Walisern den zweiten Platz in der Gruppe und damit die Runde der besten Acht erreicht zu haben. Im Viertelfinale geht es am Sonntag um 11.06 Uhr gegen Spanien.

Das war wieder zu viel Drama bei uns“, sagte Co-Trainer Clemens von Grumbkow. „Aber das scheint bei ins derzeit auch dazu zu gehören. Wir hatten heute Phasen, vor allem in den Startphasen, wo wir nicht gut waren. Und dann hat es hintenraus eben nicht mehr gereicht. Ist natürlich blöd, mit so einer Niederlage in Tag zwei zu starten. Wir hätten uns das anders gewünscht. Aber wir sind diese Achterbahnfahrten leider auch schon gewohnt. Jetzt werden wir uns gut vorbereiten, müssen die richtige Einstellung finden, und dann können wir spanien auch schlagen. Wir haben alles noch selbst in der Hand.

Wales – Deutschland                 12:24 (5:7)
Ungefährdeter Auftaktsieg gegen Wales zweiten Anzug! Doch nach schwieriger Anreise und belegten Trainingsplätzen in den Vortagen in Lodz tat sich das deutsche Team zunächst schwer, den Schlüssel zum Spiel gegen die Waliser zu finden. Man hatte zwar mehr vom Spiel, hatte dann aber erst in der 5. Minute in Max Calitz den Schlossöffner, der nach einem Step nach rechts den Weg bis unter die Malstange fand. Andrew Nurse erhöhte sicher auf 7:0. Nurse war kurz zuvor für Kapitän Sam Rainger ins Spiel gekommen, der nach einem Tackle auf der linken Schulter gelandet war und früh verletzt für das Turnier ausfiel. Eine Einzelaktion brachte bei Wales’ erstem Angriff gleich die ersten Punkte. Jay Jones legte sich den Ball mit zwei Kicks selbst vor und schaffte den Versuch zum 5:7-Pausenstand.

Auch zu Beginn des zweiten Durchgangs war Deutschland noch nicht richtig drin. In der 9. Minute allerdings machten Andrew Nurse und Bastian Himmer nach einer gewonnenen Gasse nahe des eigenen Malfelds richtig Meter, Himmer sah den gestarteten Phil Szczesny und kickte den Ball clever in dessen Lauf zum Versuch, den Nurse wieder erhöhte. Himmer war es auch, der anschließend Zeit von der Uhr nahm, dann einen Straftritt ausführte und sofort in eine Lücke stach und den nächsten Versuch legte (11.). Der folgende Ankick ging in die Arme von Anjo Buckman, der einen harten Kontakt gewann, aber doch noch gestoppt wurde. Schnell nach rechts verlagert, wo Calitz sein Doppelpack perfekt machte – beruhigender 24:5-Vorsprung. Unnötig: In der Schlussphase fing Wales’ Ioan Lewis einen schlechten Pass heraus und verkürzte in der Schlussminute mit einem selbst erhöhten Versuch noch auf 12:24.

Russland – Deutschland           15:14 (15:0)
Die Partie begann denkbar schlecht: German Davydov stahl den Ball direkt nach dem Ankick und lief auf der rechten Seite zum ersten Versuch ein (1.). Aber auch danach waren die Russen im Vorwärtsgang kaum vom Wolfpack zu stoppen. Davydov (3.) und Igor Galinovskiy (5.) legten zum 15:0-Halbzeitstand nach. Hatten die DRVer mal den Ball in der Hand, fehlte noch die zündende Idee, daraus auch etwas zu kreieren.

Man kam in der zweiten Hälfte besser ins Spiel, agierte nun mehr auf Augenhöhe. Nach einer langen Phase nahe dem russischen Malfeld war es aber erst in der 12. Minute, als Anjo Buckman auf der rechten Seite Phil Szczesny fand, der zum ersten deutschen Versuch ablegte. Bastian Himmer erhöhte schnell. Offensiv aber gelangen einige Sachen nicht. So versuchte es Himmer zwei Mal mit einem Überkick – zuletzt immer eine gute Waffe – aber beide Male misslang das. IN der 13. Minute gewann Deutschland ein russisches Gedränge am gegnerischen Malfeld. Morne Laubscher schnappte sich den Ball und warf sich über die Linie. Wieder kickte Himmer den Ball schnell durch die Stangen zum 14:15 aus deutscher Sicht. Doch zu mehr reichte es nicht: Einige ausgesprochen fragwürdige Entscheidungen und ein undurchsichtiges Zeitmanagement taten ihr Übriges.

 Deutschland – Polen                  10:12 (5:7)
Das mit musste man nicht rechnen – ein Sieg gegen Polen war, bei allem Respekt, vermutlich eingeplant. Und es ließ sich auch gut an, als Robert Haase in der zweiten Minute den ersten Versuch markierte. Doch daran konnte man nicht anknüpfen. Im Gegenteil: Gegen die robust und vor eigenem Publikum leidenschaftlich spielenden Polen fand Deutschland nicht seinen Rhythmus und kassierte vor der Pause noch einen erhöhten Versuch zum 5:7 aus deutscher Sicht.

Direkt nach Wiederanpfiff Pech für das Wolfpack. Der Ankick der Polen wurde direkt in die Hände von Kewin Bracik abgeklatscht, der auf rechts durch war und mit seinem Versuch auf 12:5 erhöhte (8.). Erst jetzt schien das deutsche Team aufzuwachen, brauchte aber zu lange, um zum Erfolg zu kommen. Erst in der 12. Minute – gut vorbereitet von Max Calitz und nach Zuspiel von Bastian Himmer – verkürzte Tim Lichtenberg, kam aber nicht bis unter die Stangen. Der leicht rechts versetzten Erhöhungskick von Himmer, der zumindest den Ausgleich bedeutet hätte, klatschte nur an den linken Pfosten. Polen nahm danach geschickt die Zeit von der Uhr, und Deutschland kam nicht mehr in Ballbesitz. So blieb es bei der unerwarteten Niederlage, die zum Glück keine schlimmeren Auswirkungen hatte.

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