HRK Rugby vs Timisoara Saracens

Gastbeitrag: Die neue Welt für den HRK

Der deutsche Rugbyfreund weiß es seit dem 21.04.2018. Kann sich seitdem gedanklich daran gewöhnen. Und hat am 12.05.2018 mit dem überwältigenden Endspiel um den Continental Shield gegen Enisei-STM einen Vorgeschmack bekommen:

Der HRK wird in der Saison 2018 / 19 in der zweithöchsten europäischen Spielklasse für Vereine auflaufen. Streiche European Rugby Continental Shield („CS,“) setzte European Rugby Challenge Cup („CC.“)

Absolutes Neuland – Einen Gang höher schalten

Für deutsche Vereinsspieler ist das die Terra Incognita. Regelmäßige Pflichtspiele gegen reinrassige Profimannschaften aus den besten Ligen Europas. Was lässt sich von jetziger Warte abschätzen, trotz einiger Unbekannter?

Die eine Seite sind Neuverpflichtungen des HRK. Nach dem Endspielsieg wurden online auf ESPN erste Äußerungen dazu veröffentlicht. Der englische Ex-Nationalspieler und Mitglied des HRK-Trainerteams Mouritz Botha betonte, dass alle internationalen HRK Erfolge der Saison nur mit 27 Profispielern erreicht wurden. Auch in einem aktuellen Bericht von Walesonline wurde diese Zahl erwähnt und als sehr niedrig eingestuft.

Die eigene Ausgangslage – Erste Schritte

Dass Verstärkungen nötig sind, unterstrich Botha damit, dass man sich ambitionierte Ziele setzen solle – Viertelfinale und nicht nur Klassenerhalt.

Personell ist der HRK gegen Ende der Saison bereits einen Schritt in diese Richtung gegangen, allerdings nur einen Kleinen. Donovan O’Grady, Wian Riekert, Marcel Human und Siegried Fisi’ihoi stammen bis auf letzeren aus Südafrika. Typisch für diese Athleten ist, dass ihre Spielberechtigung zunächst nur auf den Europapokal, nicht aber die nationalen Wettbewerbe abzielte.

Und auch dort wurden sie nur sparsam eingesetzt: Von Anfang an spielten nur O’Grady (Gruppenheimspiel gegen Calvisano,) Wiekert (im Final-Rückspiel gegen Timisoara Saracens) und Fisi’ihoi (in diesem und dem Endspiel um den CS in Bilbao.)

In dieser Hinsicht unterscheiden sich die neuen Konkurrenten aus der English Premiership, Top 14, und Pro14 vom HRK. Die genannten vier Legionäre sind die einzigen nicht für Deutschland spiel berechtigten Mitglieder des aktuellen Kaders. Bei den Mannschaften aus England, Frankreich und aus der Liga der verbleibenden 6-Nationen-Länder ist diese Zahl zwangsläufig höher. Dort fallen oft Länderspiele mit Vereinspflichtspielen zusammen, wofür man durch genügend dann nicht abberufene Legionäre im Kader gewappnet sein will.

Was kommt auf den HRK zu – Leckerbissen und „Friedensangebote“

Die namhaftesten Vereine, auf die man mit seinen drei im Sommer zu gelosten –Gruppengegnern jetzt treffen könnte, sind Northampton Saints, Harlequins F.C., Stade Rochelais, Stade Francais, ASM Clermont Auvergne, eventuell auch der Verlierer der Qualifikationspaarung Europa Ospreys aus Swansea gegen Ulster Rugby.

Eine zumindest auf dem Papier günstigere Zulosung wären Klubs (teilweise gleicher Maßen Provinzen) wie die südafrikanischen Southern Kings (nur ein Liga-Sieg in der Saison 2017 / 18,)  die Dragons aus Newport und Gwent (nur zwei,) oder vielleicht einer der Aufsteiger in Frankreich. 

So ein Blick in die Vergangenheit kann natürlich täuschen. Ein traditioneller Punktelieferant wie Zebre aus Parma brachte es zuletzt auf die beträchtliche Zahl von 7 Siegen in der Pro14. Besonders unbekannte Größen sind Aufsteiger in die französische oder englische Liga, darunter ein ehemalig großer Name wie USA Perpignan.

Form der Konkurrenten – Nicht alles wird „heiß gegessen“

Ein Erfahrungswert für alle diese Klubs ist, dass sich immer manche im CC besonders reinhängen, wenn es greifbar wird, den Pokal zu gewinnen. Zum einen kann man sich durch den höherwertigen Champions Cup qualifizieren, hart umkämpft in der eigenen Liga.

Dort ist es vielleicht nicht so gut gelaufen. Und die Gelegenheit aus der Mittelmäßigkeit aus zu brechen, wird besonders attraktiv. Auch wenn es nicht um eine so etwas geschichtsträchtige Trophäe geht wie dem Champions Cup sind regelmäßig auch französische Vereine dafür gut, sich hier rein zu hängen. Und haben zudem oft den Kader für die Doppelbelastung. Auch wenn vermutlich in keinem Land die lokale Meisterschaft in dieser Abwägung so hoch angesiedelt wird.

Umgekehrt kann es auch wegen fehlender Motivation erratische Ergebnisse geben. Was kann man z. B von einer Mannschaft erwarten, die im Abstiegskampf steckt. Diese Faktoren könnten ausschlaggebend für die ambivalente Rolle, die französische Teilnehmer von Saison zu Saison spielen: Normalerweise besetzen sie zwei, auch schon mal drei der vier Halbfinalplätze (so 2013.) In den Jahren 2014 und 2015 dagegen kam nicht ein einziger der französischen Vertreter so weit.

Bisherige Aufsteiger – Beispiele, die Mut machen

Seien es eigene Lichtblitze oder derartige Konzentrationsprobleme – regelmäßig gelangen in der vergangenen Spielzeiten den beiden Teilnehmern von außerhalb der großen Ligen nicht nur kompetitive Leistungen ab zu liefern (also ausgewogenere Endergebnisse.) Sondern auch der eine oder andere Sieg.

In der Saison 2015 / 16 schlug Enisei-STM sowohl Brive 10:7 wie auch die Newcastle Falcons 24:7. Zwei Siege gelangen den Russen auch in der darauffolgenden Spielzeit: ein 38:18 gegen Gwent, vor allem aber ein nicht minder deutliches 29:12 gegen Worcester.

2017 / 18 hieß es für die Männer aus Sibirien dann nur „dabei sein ist alles (kein Sieg.)“ Trotzdem stolperte trotzdem ein Favorit in einem derartigem Aufeinandertreffen. Kein anderer als Stade Francais wurde kalt erwischt, 2015 noch französischer Meister und in der vorherigen Saison CC-Sieger. Mit  34:29 triumphierte hier mit Krasny Yar eine weitere russische Mannschaft.

Es kann auch anders laufen. 2016 / 17 war die Spielzeit, in der Timisoara Saracens oben war. In zwei ihrer sechs Gruppenspiele erzielten sie gar keine Punkte, nur in einem gelangen überhaupt mal eigene Versuche (zwei beim 17:59 gegen Gast Edinburgh.) Ihr glimpflichstes Ergebnis war das 0:27 auswärts bei Stade Francais.) Dafür setzte es bei den Harlequins ein 3:75.

Das erinnerte an überwundene Zeiten wie noch den unglücklichen Auftritt im Oberhaus von Femi-CZ Rugby Rovigo 2014 / 15, bei dem derart einseitige Punktestände der Normalfall waren. Gleichfalls sind alle diese Niederlagen ins Verhältnis zu setzen durch Kantersiege, die auch zwischen Vertretern der großen Rugbynationen mal drin sind (BathPau 69:10 in der Saison 2016/17 oder GloucesterBrive 55:0 2014 / 15.) In den nationalen Ligen lassen sich noch mehr solche Beispiele finden.

Gibt es direkte Vergleiche? Trotzdem nur Äpfel mit Birnen

Diese Ergebnisse sind einfach nur eine Messlatte, für was am Ende an nackten Punkteständen vom HRK im CC verbucht werden wird. Direkte Begegnungen mit CC-Teilnehmern müssen mit der Lupe gesucht werden.

Kein echter Leistungstest ist das Freundschaftsspiel mit einseitigem Ergebnis, das der HRK zu Beginn des Jahres bei der zweiten Mannschaft von Munster absolvierte.

Unter noch anderen Voraussetzungen fand 2015 die 7:50 Niederlage bei der zweiten Mannschaft der irischen Provinz Connacht statt. Es trat eine Trainingsformation der Nationalmannschaft an, in der zwar nur vier Spieler nicht vom HRK / den Titans waren. Aber ein Vergleich von einer Mannschaft mit „Klüblern“ wie Widiker (von der Bank,) Mohr, Ruhnau, von Grumbkow, Hittel, van der Merwe mit dem heutigen Team, seinem Profil und seinem mittlerweile enormen Erfahrungsschatz wäre gelinde gesagt etwas schräg.

Ermutigend ist das Heimspiel von 2016 gegen Timisoara Saracens mit einem sehr ehrbaren 3:10 an einem eiskalten Wintertag in Heidelberg. Der Gegner hat sich personell kaum von der Formation im gerade zurückliegenden Doppelendspiel unterschieden (bis auf den damals abwesenden Altstar Catalin Fercu). Beachtlich an dem ausgeglichenem Spielverlauf ist, dass sehr erfahrene Spieler von Timisoara 2016 noch jünger und spritziger waren.

Krasny Yar Krasnoyarsk besuchte Ende 2016 den Harbigweg. Dieses Team drehte, siehe oben, auch mal eine Runde im CC. Das klare 21:50 ist aber im Zusammenhang mit einer damals durchwachsenen Europapokalsaison des HRKs zu sehen. Sie lag angesichts eindeutig anderer Prioritäten nicht im Fokus der Akteure. Was sich auch daran zeigte, dass Opponenten wie Parma und Calvisano nicht richtig Paroli geboten werden konnte.

Interessant war, dass diese russische Mannschaft einen ganz anderen Stil spielte als Enisei-STM. Krasny Yar traten mit einer starken Formation an, komplett besetzt mit russischen Nationalspielern oder Legionären aus Moldawien oder Georgien. Ein nicht sehr großes Publikum konnte dort Namen auflaufen sehen wie allen voran Vasily Artemiev, der mal früh in seiner Laufbahn auf Kurs gewesen war, Außen für Irland zu spielen; die internationalen Stürmer Andrei Garbuzov und Victor Gresev, der erfahrende Innen Lasha Malaguradze (ex-Bezier, 84 Länderspiele für Georgien) und ein weiterer profilierter Nationalmannschafts-Außen mit Igor Galinovsky.

Harte Gegner – Was nicht tötet, härtet ab

Diese Erfahrungen zahlten sich für den HRK aber aus. In der aktuellen Saison wurde Pataro Calvisano zweimal zu Hause und einmal auswärts geschlagen, ebenso wie zu Hause Petrarca Padova und dann sogar Timisoara Saracens (im besagten, alles entscheidenden zweiten Endspiel um den Aufstieg.)

In diesen hart umkämpften Spielen bewährte sich der HRK mit beeindruckenden Tugenden. Er punktete oft enorm effizient, griff variabel an und hatte die mentale Härte stoisch lange Druckperioden des Gegners weg zu stecken. Besonders gegen schwere Sturmformationen der rumänischen und russischen Gegner wurden eindeutige Konditionsvorteile deutlich.

Das wurde am eindrucksvollsten bei der zweiten Niederlage (nach der ersten beim Batumi RC, Georgien, mit 16:33) bewiesen. Das erste Endspiel bei Timisoara bestand lange nur aus Verteidigungsarbeit mit Zwischenständen von 3:21 und dann nochmal 10:26, die aber in der Nachspielzeit unter anderem mit einer Erhöhung von der Außenlinie auf 20:26 entscheidend verkürzt werden konnten. Das war schon sehr verschmitzt.

Diese mentale Härte gehörte auch dazu, als es im alles entscheidenden Rückspiel sehr gut lief. Als es aber dann auf einmal doch noch knapp wurde immerhin die 6-Punkte in der Gesamtsumme aufzuholen, hielten die Heidelberger sicher dem Druck stand und schafften das legendäre 27:15.

In der Fortentwicklung der Mannschaft von Kobus Pogieter und Pieter Jordaan konnten auch personell Führungspersönlichkeiten wie Alexander Widiker und Kehoma Brenner ersetzt werden. So gesellten sich zu langjährigen Stützen wie Jarryd Els, Jaco Otto und Sean Armstrong (erwähnt werden müssten noch viele mehr) beispielhaft (!) Leistungsträger wie Ayron Schramm und Hagen Schulte.

Ersterer ist ein Dritte-Reihe-Stürmer, der beweglich genug ist, um auch Innendreiviertel spielen zu können. Dieser Ruf eilte ihm schon voraus. Schulte hat die Verbinderposition inne. HRK-Fans haben seine aufopferungsvolle Verteidigungsarbeit kennen gelernt. Beeindruckend ist auch sein Antritt bei Läufen im offenen Feld und die damit verbundene schwer zu stoppende Fertigkeit selber die Linie zu überqueren.

Zwei Aufsteiger aus Russland – Völlig unterschiedliche Ansätze

Im Verhältnis zu den beiden Aufstiegsendspielen war die psychologische Ausgangslage vor dem CS-Endspiel gegen Enisei-STM sicher eine andere. Da gab es etwas sehr Ehrenvolles zu gewinnen, aber das Haupt-Saisonziel war erreicht.

Zu sehen waren bei diesem Gegner in Fleisch und Blut verwirklichte Klischees osteuropäischer Rugbytugenden. Und das auf sehr hohem Niveau. Die größte Stärke war eindeutig in Standardsituationen, des weiterem in engem Spiel mit wenigen Pässe von einer Kontaktsituation zur anderen, wenn überhaupt.

Der einflussreichste Hintermannschaftsspieler ist der Verbinder. Yuri Kushnarev, auch eines der charakteristischen Gesichter der Nationalmannschaft, hat sich bei seinen 97 Länderspielen als sattelfester „Standverbinder“ profiliert. Also eher nicht mit läuferischen Einzelaktionen oder aggressiven Spiel nahe an der Vorteilslinie. Auf Außendreiviertel sind ein Argentinier und ein Australier erste Wahl (dreadlocked Federico Torres Giliberti und Brendan Owen.)

Das Spiel ist abgestellt darauf, den Gegner physisch zu dominieren. Wenn das gelingt, hat man ihm den eigenen Stil aufgezwungen und mit den hohen Spielanteilen auch ein sehr gutes Fundament für die Defensive. Durch die Mitte gibt es für den Gegner nicht viel zu holen.

Auf einigen Positionen wird dafür ein höheres Alter toleriert. Im letzten Viertel des CS-Finales öffneten sich in der Abwehr Lücken, der HRK kam bei einem 18-Punkte-Rückstand ins Spiel und hätte fast noch den Sieg geschafft (Endergebnis 24:20 für Enisei-STM.) Anton Rudoy, der charismatische Brecher auf der Nr. 8 für Klub und für Russland (und zuvor Kasachstan,) ist 35 Jahre alt; Kapitän und Zweite-Reihe-Stürmer Uldis Saulite sogar 38, sein 2,07-Meter-Nebenmann Vyacheslav Krasilnik aus der Ukraine immerhin „nur“ 31, Innen David Karachava  33 (109 Länderspiele für Georgien.)

Nur von der Bank kam Evgeny Elgin, eigentlich aktueller Stammspieler in der Nationalmannschaft. Dieser Zweite-Reihe-Stürmer ist gut zu erkennen an dem Stirnband um die Glatze und ihn machen nicht Größe und Gewicht, sondern eher Fitness und Arbeitsleistung aus.

Ebenfalls noch mal auf der Bank war mit dem 36-jährigem Innokenty Zykov ein sehr auffälliger Spieler (er debütierte für Russland mit 30.) Er ist zwar „nur“ 1,97 Meter groß. Aber wann immer in den vergangenen Jahren die russische Nationalmannschaft in Deutschland auflief, steht jedem, der ihn zum ersten Mal mit seinem buschigem Schnurrbart sieht, dieselbe Überraschung bevor. Der erste Gedanke ist „da haben sie aber einen großen und wuchtigen Zweite-Reihe-Stürmer.“ Und dann streift er sich das Trikot mit der Nr. 3 über (manchmal halt Nr. 18.) Und das wird dann durchgezogen.

Ansonsten ist dieser Stil aber genauso simpel wie gut. Bis man auf einen stärkeren Sturm trifft. Tatsächlich tickt genau deswegen die russische Nationalmannschaft ganz anders. Georgien und Rumänien, die Hauptkontrahenten jahrein-jahraus haben konstant mit ihren personellen Ressourcen Sturmformationen, die physisch stärker sind. Russland hingegen hat eine starke Siebener-Nationalmannschaft, die zurzeit in der World Series spielt. Davon sind die beiden anderen Nationen weit entfernt.

Auf der anderen Seite des Flusses in Sibirien – So kann man es auch machen

Krasny Yar, der traditionsreichere der beiden sibirischen Spitzenklubs, entspricht mit seiner Spielkultur eher Talenten, die auch zu 7er-Rugby passen. In Heidelberg beeindruckte er mit einer schnell spielenden, laufstarken Mannschaft Passspiel, mit Interaktion von Stürmern und Hintermannschaftsspielern. Bezeichnender Weise lief Flanker Garbuzov in der zweiten Reihe auf, anders als in der Masse seiner 84 Länderspiele.

Dieser Anspruch verdeutlichte sich auch an interessanten Sichtweisen, die im Gespräch mit den Besuchern aus Krasny Yar rüberkamen. Dass das Profirugby genug Beschäftigungsmöglichkeiten in Russland bieten würde. Und dadurch die Anreize für Top-Talente zu niedrig wären, in die europäischen Profiligen zu gehen. Und derartige Erfahrungen dem russischen Spitzenrugby fehlen würden.

Aber Enisei-STM, in der Rugby-Phrasen-Dreschmaschine, „are doing the basic things very well.“ In Europa haben die meisten Kontrahenten Mittel und Wege, um mit diesen robusten fundamentalen Stärken von Enisei-STM fertig zu werden. Enisei-STM versucht nicht das Spiel des Gegners zu spielen. Und vielleicht irgendwann mal darin besser zu werden.  Aber zunächst stellt man als Gegner etwas Sperriges dar, wird nicht so ohne weiteres rum geschubst.

Was bringt am Meisten – „Schuster bleib bei Deinen Leisten?“

Es drängt sich aber auf, dass diese personellen Präferenzen in erster Linie für eines gut sind: Den Gegner zu schlagen, auf den man erst in den vorletzten beiden Spielen trifft. Dem Siebten und Achten, den Relegations-Hin- und rückspielen. (Das Neunte, das CS Endspiel, wurde schon vorherige Saison eingeführt. Wie in dieser hat Enisei-STM das auch noch gewonnen.)

Enisei-STM war nicht die einzige Mannschaft von außerhalb der großen Ligen, die auch mal ein Spiel gewonnen hat. Sie hatte dazu auf jeden Fall mehr Gelegenheit. Denn ihr Hauptverdienst liegt in etwas Anderem. In der aktuellen Saison hat sie zum dritten Mal in der Folge etwas geschafft, was Krasni Yar, Timisoara und Calvisano nicht geschafft haben: nicht sofort wieder ab zu steigen.

Mouritz Botha erwähnte das Ziel Viertelfinale, sagt er (sinngemäß,) weil dann vielleicht bei Nichterreichung immer noch etwas Gutes herauskäme (kein Relegationsziel, bzw. der Klassenerhalt. Am besten vermutlich vorzeitig als Gruppendritter.)

Tatsächlich ließ sich weitaus mehr über die neue Umgebung des HRK sagen als über das, was er mitbringen wird. Wenn der Kader für den CC mal feststeht, wird in einer wichtigen Hinsicht Licht in dieses Dunkel kommen. Geht die Tendenz vielleicht in Richtung Enisei-STM? Oder gerade nicht?

Bonus-Track

TITANEN DES OSTEUROPÄISCHEN RUGBYS – Viele waren auf deutschen Rugbyplätzen

  1. Levan Tsabadze, 1994 – 2002, 33x für Georgien, 12x als Kapitän, 9 Versuche, 1996 – 2004 Narbonne, Castres, Clermont-Ferrand.
  2. Marius Tincu, 2002 – 2012 49x Rumänien, 14 Versuche, WM 2007, 2011, 2005 – 2012 149x USA Perpignan (2009 französischer Meister.)
  3. David Zirakashvili, 2004 – 2015 53x Georgien, WM 2007, 2011, 2015, seit 2004 254x Clermont-Auvergne.
  4. Mamuka „Gorgodzilla“ Gorgodze, seit 2002 69x Georgien, 13 als Kapitän, 26 Versuche (Landesrekord,) WM 2007, 2011, 2015, 2005 – 2014 168x Montpellier, seit 2014 72x Toulon.
  5. Gheorghe Dumitru,* 1973 – 1987 68x Rumänien, WM 1987, 1990 – 1992 USA Limoges.
  6. Grzegorz Kacała, Polen, gewann mit Brive ersten Heineken Cup, dann Cardiff RFC.
  7. Ovidiu Tonița, 2000 – 2016, 72x Rumänien, WM 1999, 2003, 2007, 2011, 2015, u.a. 36x Olympique Biarritz, 160x USA Perpignan.
  8. Anton Rudoy, 2006 – 2011 28x Kasachstan, ab 2015 19x Russland.
  9. Mircea Paraschiv, 1975 – 1999 62x Rumänien, WM 1987.
  10. Frano Botica, 1986 – 1989 7x Neuseeland, 1997 – 1998 2x Kroatien, Northshore RFC (North Harbour.)
  11. 11.Vasily Artemyev, ab 2009 75x Russland, 2011 – 2013 33x Northampton Saints.
  12. Florin Adrian Vlaicu, ab 2006 106x Rumänien, WM 2007, 2011, 2015, 2015 – 2016 11x Calvisano.
  13. Romeo Gontineac, 1995 – 2008 76x Rumänien, WM 1995, 1999, 2003, 2008.
  14. Ryszard Piatkowski,** Xx? Polen, 80er Jahre HRK, RGH, 1983 (?) 1x RBW-Verbandsauswahl gegen Sowjetunion mit Alexandre Tichonov.
  15. Cătălin Fercu, ab 2005 96x Rumänien, WM 2007, 2015, 2014 – 2015 6x Saracens.

Bei der Übung, so eine Mannschaft auf zu stellen, ist eine große Meinungsvielfalt normal. Und bei drei Selektoren wären mindestens fünf verschiedene Mannschaften normal, die nur so und nicht anders sein könnten. Der hier nur am Rande (bei Nr. 14) erwähnte Name Tichonov beweist, wie groß die Qual der Wahl auf bestimmten Positionen ist – Dritte Reihe noch mehr als Zweite. Warum ist kein Platz für Brinza, Dumitras, Raducanu, Guramare (alle Rumänien,) Zedguinidze (Georgien,) Gratchev, Sergeev (Rußland) oder Macháček (Tschechien)?

*Vielleicht der Klassenbeste in dieser Auswahl. Immerhin hat Georgien noch nicht so viel erreicht wie Rumänien in den 70er. Spielte am 27.03.1983 auf dem Platz des TSV Handschuhsheim in Heidelberg im Rahmen der FIRA Trophy in einer rumänischen Mannschaft, der von einer inspirierten deutschen Mannschaft mit unter anderem Georg „Schorsch“ Wehrle und Harald „Husti“ Heimpel über weite Strecken der Schneid ab gekauft wurde. Die wackelte und sich erst gegen Ende 12:26 durch setzte.

**Hat ein Leser hierzu Informationen? Vielleicht aus dem deutschen Rugbymuseum? Das Internet ist hier überfordert. Wie immer, wenn man zu weit zurückgeht. Konservativ hätte hier der Georgier Irakli Machkhaneli geannt werden können. Aber Piatkowski war seiner Zeit voraus, lebte für Rugby und stand wie ein Profi dar in einer Zeit, wo die Entwicklungsmöglichkeiten ohne Profiligen enger waren – ein würdiger Nebenmann seiner „Mannschaftskameraden“ hier.

HRK vs Rugby Calvisano – Januar 2018

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