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Deutschlands Botschafter des ovalen Sports in Namibia

Der Name Niebel ist in Heidelberg untrennbar mit dem ovalen Sport verbunden. Nun hat sich ein Mitglied der Kurpfälzer Rugby-Dynastie sogar nach Afrika aufgemacht, um dort als sportlicher Entwicklungshelfer zu wirken. Fyn-Gideon Niebel (18) absolviert in Walvis Bay (Walfischbucht) an der Küste Namibias seinen entwicklungspolitischen Freiwilligendienst. Dort zeigt er Kindern den richtigen Umgang mit dem ovalen Spielgerät und vermittelt ihnen die für diesen Sport charakteristischen Werte.

Seit einem Urlaub in Namibia ist Fyn von diesem Land fasziniert. Daher stand sein Entschluss früh fest, nach der Schule für einen längeren Zeitraum in den Südwesten des afrikanischen Kontinents zu reisen. Durch persönliche Kontakte und einer Internetrecherche stieß er auf den ASC Göttingen, der entwicklungspolitische Projekte in Namibia anbietet. Mit dem Abitur in der Tasche packte der Heidelberger nach dem Abitur seine Koffer und trat vor vier Monaten seinen Freiwilligendienst an der Küste im südlichen Afrika an. „Ich war schon länger ehrenamtlich in Deutschland tätig und wollte mich nach der Schule unbedingt in Namibia sozial einbringen“, erklärt Fyn sein Engagement in dem rund 12.000 Kilometer entfernten Land. Dass er dabei seinen Freiwilligendienst mit dem Rugbysport koppelt, liegt einfach in seinem Blut.

Fyn ist mit Rugby gleich nach der Geburt in Kontakt gekommen. „Zwei Tage nach meiner Geburt hat mich mein Vater bereits im SC Neuenheim als Mitglied angemeldet“, sagt Fyn. „Drei Jahre später habe ich dann das erste Mal einen Rugbyball beim SCN in die Hände genommen.“ Und auch nach seinem Umzug vor zwölf Jahren in die Hauptstadt blieb der Heidelberger dem Sport treu und spielt beim Berliner RC im Nachwuchsbereich bis zur U18. Von klein auf mit diesem Sport aufgewachsen, ist es also kein Wunder, dass Rugby ein fester Bestandteil von Fyns Leben ist. Daher frönt er nun seine sportliche Leidenschaft beim Walvis Bay Rugby Club. Doch im Mittelpunkt steht für ihn die Arbeit mit den ortsansässigen Kindern. Sein dabei bevorzugtes Arbeitsmittel dabei: der Rugbyball.

Zunächst war sich der Heidelberger aber nicht sicher, ob Rugby der richtig Sport für die Kinder in Walvis Bay sei. „In Namibia ist Fußball eher der Sport der schwarzen Bevölkerung. Aber Rugby ist nicht nur ein Sport, der nur von Weißen gespielt werden sollte, es ist ein Sport für jeden“, betont Fyn. „Ich möchte nicht nur die Techniken des Sport vermitteln, sondern auch die dazugehörigen Life Skills wie Teamfähigkeit, Respekt, Zusammenhalt und Dursetzungsvermögen“, betont Fyn. Und sein Projekt erfreut sich immer größer werdender Beliebtheit. Von anfänglich 13 Mädchen und Jungen ist die Trainingsgruppe an der !Nara Primary School mittlerweile auf mehr als 40 Kinder aus dem Township in den Jahrgängen U9 bis U15 angewachsen.

Die Offenheit der Kinder beeindruckt mich am stärksten. Gleich am ersten Tag in der Schule haben mich alle umarmt, ohne mich zu kennen. Bei meinem Rugby-Kids fasziniert mich zudem ihre Willenskraft. Auch wenn sie viele Klausuren in einer Woche schreiben mussten, haben sie es trotzdem immer zum Training geschafft. Sie fragen mich mittlerweile häufig, ob auch am Wochenende Training sei und wollen am liebsten jeden Tag trainieren“ schildert Fyn seine Eindrücke von der Zusammenarbeit mit den Jungen und Mädchen an der örtlichen Grundschule. Dabei bringt er die bisher gemachten persönlichen Erfahrungen seines bereits 13 Jahre andauernden Rugbylebens in die einzelnen Einheiten ein. Unterstützt wird er dabei von einem namibischen Trainer. Zudem ist Fyn in die täglichen Sportstunden der vierten bis siebten Klasse an der Grundschule eingebunden und betreibt einmal die Woche für eine Stunde im „Sunshine Center“ gemeinsam Sport mit geistig und körperlich beeinträchtigten Kindern. Ein Ziel verliert Fyn dabei nicht aus den Augen: Er möchte mit der !Nara Primary School eine Kooperation mit einem Rugbyverein aufbauen. Ich bin schon ganz nah dran, dieses Vorhaben zu verwirklichen“, verrät Fyn.

Der deutsche Rugby-Botschafter denkt aber noch weiter. „Wenn ich in acht Monaten wieder nach Deutschland zurückkehre, wäre es toll, wenn ein Nachfolger hier in Namibia meine Arbeit fortführt.“ Aber auch über Kontakte zu Vereinen und Trainern in Deutschland freut er sich: „Tipps und Ratschläge im Grundlagentraining würden mir helfen, meine Arbeit mit den Kindern hier stetig zu verbessern. Mit Sach- und Geldspenden könnten wir zudem Turniere mit anderen Schulen organisieren, damit die Kinder mehr Spielerfahrung sammeln können.“ Seine in Namibia gesammelten Erfahrungen auf und neben dem Rugbyplatz will Fyn nach seiner Rückkehr nach Berlin dann in ein Lehramtsstudium oder in eine Ausbildung zum Erzieher sowie in eine Tätigkeit als Nachwuchstrainer einbringen.

Wer Fyn und dessen entwicklungspolitischen Freiwilligendienst mit dem Rugbyball verfolgen und mit ihm in Kontakt treten möchte, klickt einfach seinen Blog unter fyngoesnamibia.simplesite.com an.

Für eine finanzielle Unterstützung des Projektes hat Fyn folgendes Konto eingerichtet:

Kontoinhaber: ASC Göttingen
IBAN: DE10 2605 0001 0000 1110 62
BIC: NOLADE21GOE
Kredit Institut: Sparkasse Göttingen
Verwendungszweck: Spende weltwärts Einwerber: Niebel, Fyn-Gideon

(C) des Fotos bei Deutscher Rugby-Verband

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