Deutschland gegen British Army - Dezember 2017

Deutsche 15er-Frauen unterliegen der British Army XV deutlich

Deutschlands 15er-Frauennationalmannschaft hat ihr zweites Aufeinandertreffen mit der British Army XV deutlich mit 6:51 (6:22) verloren. Der erste Test gegen die Britinnen im Januar war nur knapp mit 25:29 an die Armeeauswahl gegangen. Diesmal ließen die in Rot spielenden Gäste nichts anbrennen und setzten sich nach einer couragierten Anfangsphase der deutschen Mannschaft immer stärker durch und zeigten dem zu unerfahrenen und auch physisch unterlegenen Team der Nationaltrainer Alfred Jansen und Marcus Trick im zweiten Durchgang deutlich die Grenzen auf.

Die deutsche Mannschaft startete dabei zunächst ordentlich, druckvoll und mit Schwung und konnte eine halbe Stunde gut mit den Gegnerinnen mithalten. Es gelang dann sogar nach zwölf Minuten die 3:0-Führung durch einen Straftritt der Schlussspielerin Pia Richter. Zuvor hatte die Debütantin einen ersten Straftritt aus 20 Metern halbrechts hauchdünn nicht verwerten können, traf dann aber aus ähnlicher Position sicher. Die Britinnen brauchten 22 Minuten, um zwingend vor das Malfeld der Deutschen zu kommen, nutzten dann allerdings die erste Gelegenheit in Überzahl zum Überlaufen der Verteidigung und punkteten mit den starken Stürmerinnen per Pick & Go auf der rechten Seite. Der zweite Versuch nach einem Kick fiel an der gleichen Stelle und auf die gleiche Weise, und die Britinnen führten nach einer halben Stunde mit sieben Punkten, weil sie ihre Chancen genutzt hatten.

Selbiges war den Gastgeberinnen trotz leichten Vorteilen beim Ballbesitz und ordentlichen Angriffsbemühungen nicht gelungen, obwohl die Stürmerinnen Jessica Neues, Friederike Kemptner, Lisa Maral oder Nora Baltruweit wuchtige Angriffe vortrugen und Julia Braun auf Außen mehrfach ihr Potential andeuten konnte. Nach einem weiteren Vorstoß an die Fünf-Meter-Linie der Britinnen konnten diese zwar den Angriff vereiteln, in der Folge aber Pia Richter per Straftritt aus 20 Metern zum 6:10 verkürzen. Die verbleibenden zehn Minuten gehörten dann den Gästen, die zunächst die in schwarz spielenden Deutschen in deren Hälfte festnagelten und praktisch zwangsweise links einen weiteren Versuch vom offenen Gedränge legten und dann nach einem Ballverlust im Passangriff der Deutschen aus einem Konter heraus halbrechts über die Hintermannschaft zum vierten Versuch kamen. Halbzeitstand war damit ein angesichts der Spielanteile etwas ärgerliches 6:22 aus deutscher Sicht.

Im zweiten Durchgang der von der US-amerikanischen Top-Schiedsrichterin Emily Hsieh exzellent geleiteten Partie verlor die deutsche Mannschaft dann den Zugriff auf das Spiel und musste weitere fünf Versuche hinnehmen, von denen die walisische Nationalspielerin Gemma Rowland zwei erhöhte. Dabei gab es keine nennenswerten deutschen Chancen mehr, die Britinnen dagegen  nutzten zunächst ihre Gegnerinnen weiter mit pausenlosen wuchtigen Angriffen ab und spielten ihre Physis aus, zeigten dann streckenweise aber auch noch ein absolut hochklassiges und variables Angriffsspiel. In der Schlussphase kämpfte die deutsche Mannschaft zwar auch nach dem verletzungsbedingten Ausscheiden von Spielführerin Lisa Bohrmann noch tapfer weiter, schienen aber trotz zahlreicher Wechsel entkräftet und chancenlos. Ein Lichtblick in der zweiten Halbzeit war nach ihrer Einwechslung die Kölnerin Melissa Laup, die mit ihrer Präsenz teilweise für Entlastung sorgen konnte.

In der Bilanz war das Spiel ein echter Härtetest gegen eine erneut starke Auswahl der British Army, der die Grenzen und Schwächen der deutschen Nationalmannschaft lehrreich aufgezeigt hat. Die Hauptansatzpunkte müssen die Physis und die Verteidigungsarbeit sein. Zu einfach hatten es die kräftigen Britinnen über weite Strecken, zu unorganisiert und inneffizient war die Gegenwehr. Das Fehlen von Leistungsträgerinnen wie Alysha Stone, Dana Kleine-Grefe, Leonie Hollstein oder Elisa Trick machte sich im gesamten Spielverlauf bemerkbar, als es der unerfahrenen deutschen Fünfzehn nicht gelang, aus ihren Chancen Kapital zu schlagen oder das Spiel an sich zu reißen und das eigene Spiel über den ganzen Spielverlauf aufrechtzuerhalten. Allerdings darf man auf dem Weg zu Europameisterschaft im Februar 2018 auf die Genesung von verletzten Leistungsträgerinnen und eine gute Vorbereitung der Mannschaft hoffen.

So spielte Deutschland
1 Mareike Bier (50. Kristina Heinrich) – 2 Friederike Kempter – 3 Jessica Neues (60. Meike Hedderich) – 4 Monica Yee (60. Muriel Weigel) – 5 Nora Baltruweit – 6 Theresa Hauth (45. Marlene Lorenz) – 7 Anja Czaika – 8 Lisa Maral (45. Melissa Paul) – 9 Martha Ivanovas (55. Alicia Hohl) – 10 Franziska Holpp – 11 Julia Braun – 12 Lisa Bohrmann (c) (65. Mona Bieringer) – 13 Steffi Gruber – 14 Vanessa Hagen (55. Freya Sibbertsen) – 15 Pia Richter (50. Eva Laucht).

Punkte Deutschland: 2 Straftritte (Pia Richter)
Punkte British Army XV: 9 Versuche + 3 Erhöhungen

Schiedsrichterin: Emily Hsieh (USA)
Linienrichter: Thomas Bollian & Dana Teagarden (GER)

Zuschauer: 250

 

(C) der Meldung bei Deutscher Rugby Verband

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